ADEBAR - Atlas Deutscher Brutvogelarten
Foto: R. Kaminski, Graugans, Moritzburger Teiche, 30.04.2006In Brandenburg lag die Koordination des Atlasprojektes bis Februar 2007 in den rührigen Händen von Kati Hielscher und wurde bereits sehr weit vorangebracht. Dafür gilt ihr im Namen des ABBO-Vorstandes ein besonderer Dank!
Die neue Konstellation für die restliche Projektlaufzeit hat den Vorteil einer relativ unkomplizierten Integration weiterer Monitoring-Daten in die Atlas-Datenbank, da der Landeskoordinator zugleich an der Staatl. Vogelschutzwarte für das Brutvogel-Monitoring zuständig ist.
Dank der intensiven und engagierten Mitarbeit von über 250 ehrenamtlichen Feldornithologen, denen dafür an dieser Stelle ganz herzlich gedankt werden soll, wird Brandenburg einen relativ vollständigen Beitrag zum bundesweiten Atlasvorhaben beisteuern können.
Kartierungen mittelhäufiger Arten
Die im Jahr 2005 begonnene Atlasarbeit hat in Brandenburg inzwischen einen sehr guten Stand erreicht, konnten doch (Stand: 10.02.2008) bereits 245 von 246 TK25 vergeben werden. Noch nicht vergeben - bzw. leider wieder abgegeben worden - ist die TK25 Bernau (3347).
Das im Jahr 2005 begonnene Projekt hat in Brandenburg inzwischen einen hervorragenden erreicht. Es wurden alle 246 TK25 ("Messtischblätter") vergeben. Allerdings wurde Ende Januar die TK25 3347 (Bernau), das erst relativ wenig bearbeitet wurde, vom bisherigen Bearbeiter zurückgegeben. Hier wäre kurzfristig ein interessierter Kartierer bzw. eine interessierte Kartiererin sehr willkommen.
Bei der v.a. in den Jahren 2005/06 durchgeführten sog. "Ersterfassung in den Europäischen Vogelschutzgebieten (SPA)" wurde darauf Wert gelegt, dass die per Werkvertrag gebundenen Kartierer auch gleichzeitig TK25 in den Vogelschutzgebieten für das Atlas-Projekt übernommen haben. Selbstverständlich werden vom Koordinator auch die Daten der SPA-Ersterfassung, wo flächendeckend die Reviere von bis zu 60 Brutvogelarten - zu einem großen Teil auch mittelhäufige Arten - kartiert werden mussten, in die relevanten TK25-Auswertungen eingehen.
Einarbeitung Vorkommen der seltenen Arten
Seit mittlerweile 1992 liegen für 50-55 in Brandenburg vom Aussterben bedrohte und stark bestandsgefährdete Arten (überwiegend seltene Arten) die jährlich erfassten Vorkommen und Bestandszahlen vor. Diese können für die Jahre 2005-08 problemlos in die Atlas-Auswertung integriert werden und müssen im Rahmen des Adebar-Projektes nicht extra kartiert werden.
Datengrundlage für Hochrechnung der häufigen Arten
Im Rahmen des "Brutvogelmonitorings häufiger Arten in der Normallandschaft" in Brandenburg, dass seit dem Jahr 2000 von der Vogelschutzwarte koordiniert wird, wurden bzw. werden in den Atlas-Jahren 2005-2007 folgende Methoden durchgeführt: Revierkartierung - 25 Untersuchungsflächen, Punkt-Stopp-Routen - 85 Routen, Linienkartierung - 192 Probeflächen, wobei der Schwerpunkt auf die letztgenannte (neue) Methode gelegt wurde. Im Jahr 2008 sollen noch weitere Probeflächen der Linienkartierung vergeben werden. Dieses umfangreiche Datenmaterial soll u.a. für die Hochrechnung der Bestände der häufigen Brutvogelarten genutzt werden, so dass diese Arten im Rahmen der TK-Kartierung nicht erfasst werden müssen.
Ergebnisse
Fertig bearbeitet wurden bis Anfang 2009 182 TK25, was knapp 74% aller TK25 entspricht. Dieses tolle Zwischenergebnis war nur durch großes Engagement vieler begeisterter Mitstreiter zu erreichen, wofür der ABBO-Vorstand allen Beteiligten sehr herzlich danken möchte!
Die eingegangenen Kartierungsunterlagen gehen in eine "Prüfrunde" (R. Beschow, H. Haupt, T. Ryslavy), dessen Ergebnisse (i.d.R. diverse Nachfragen) jedem Kartierer vom Landeskoordinator mitgeteilt werden. Bisher gingen bereits ca. 175 TK25-Ergebnisse in diese Prüfrunde.
Auf Basis von 121 (von insgesamt 246) TK25 sollen beispielhaft 8 Arten kurz dargestellt werden, wobei eine theoretische Hochrechnung auf die Brandenburg-Fläche (Faktor 2) jedoch unterlassen wurde:
Mittelspecht: Nachweis auf 72 % der TK25 (Größenklassen: 33x 0, 7x 1, 18x 2-3, 20x 4-7, 34x 8-20, 4x 21-50, 4x 51-150, 1x 151-400 Rev.); Bestandsspanne für 121 TK25 ca. 980-1.530 Rev.
Wiedehopf: Nachweis auf 60 % der TK25 (Größenklassen: 72x 0, 22x 1, 13x 2-3, 7x 4-7, 4x 8-20 Rev.); Bestandsspanne für 121 TK25 ca. 120-135 Rev.
Raubwürger: Nachweis auf 69 % der TK25 (Größenklassen: 39x 0, 15x 1, 35x 2-3, 24x 4-7, 8x 8-20 Rev.); Bestandsspanne für 121 TK25 ca. 270-345 Rev.
Schwarzkehlchen: Nachweis auf 55 % der TK25 (Größenklassen: 55x 0, 15x 1, 23x 2-3, 17x 4-7, 9x 8-20 Rev.); Bestandsspanne für 121 TK25 ca. 245-330 Rev.
Fichtenkreuzschnabel: Nachweis auf 21 % der TK25 (Größenklassen: 99x 0, 2x1, 16x 2-3, 3x 4-7, 2x 8-20 Rev.); Bestandsspanne für 121 TK25 ca. 65-100 Rev.
Ortolan: Nachweis auf 77 % der TK25 (Größenklassen: 28x 0, 1x 1, 10x 2-3, 22x 4-7, 24x 8-20, 23x 21-50, 12x 51-150, 1x 151-400 Rev.); Bestandsspanne für 121 TK25 ca. 1.810-3.180 Rev.
Grauammer: Nachweis auf 95 % der TK25 (Größenklassen: 6x 0, 1x 1, 8x 2-3, 16x 4-7, 36x 8-20, 32x 21-50, 19x 51-150, 2x 151-400 Rev.): Bestandsspanne für 121 TK25 ca. 2.450-5.500 Rev.
Diese wenigen, z.T. überraschenden Beispiele lassen bereits erahnen, dass die Ergebnisse einer flächendeckenden Kartierung sehr aufschlussreich und spannend werden dürften.
(Torsten Ryslavy, 10.02.2008)
Bearbeitungsstand (Stand 19.01.2009) der Topographischen Karten 1: 25.000 (TK25)
Die ADEBAR-Kartierung in Berlin-Brandenburg ist weitgehend abgeschlossen. Es fehlen nur noch die letzten Ergebnisse von 25 Messtischblättern.
Bitte beachten Sie beim Ausfüllen der Kartierungsbögen genau die methodischen Vorgaben. Im Rundschreiben vom 19.02.2007, das wir gerne auch noch einmal zur Verfügung stellen können, hatten wir be-reits auf einige häufiger auftretenden Fehler hingewiesen. Pflichtfelder im Meldebogen sind "Brutvorkommen festgestellt" (Kreuz), "Anzahl Reviere gezählt" (Zahl) bzw. "recherchiert" (Zahl) und "Häufigkeit" (Kreuz). In der Spalte "Bemerkungen" bitte bei den Arten, wo es Ihnen möglich ist, den genauen Bestand bzw. eine weiter eingrenzende Bestandsspanne eintragen.
Die "Bundeskartierzentrale" hat beschlossen, dass in Ausnahmefällen auch noch bis Mitte August 2009 nachkartiert werden darf. Das betrifft insbesondere noch nicht kartierte Messtischblätter, die wieder zurückgegeben wurden bzw. noch nicht vergeben waren. Im Moment sind diesbezüglich zwei Messtischblätter vergeben worden, zwei weitere mit nur Teilbearbeitungen sind noch zu haben.
Die folgende Karte gibt den Bearbeitungsstand in Brandenburg wieder.(T. Ryslavy, 19.07.2009)
Grafik: T. Ryslavy




