6. Birdrace des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten am 2. Mai 2009

Birdrace macht Spaß ... und steckt an!
Bei einem Birdrace beobachten Vogelkundler in kleinen Gruppen um die Wette. Das Team mit den meisten Arten innerhalb eines Landkreises gewinnt. Man mag es kaum glauben, aber es kann ganz schön schwer sein, einen Gimpel oder eine Tannenmeise zu finden ... und schon ist der sportliche Ehrgeiz geweckt! Nach 40 Teams im ersten Jahr traten bei der vierten Austragung bereits 90 Gruppen mit 338 Teilnehmern im Alter zwischen 11 und 74 Jahren an. Birdrace macht offensichtlich generationenübergreifend Spaß und steckt an: Fast alle Teams aus den Vorjahren traten im Folgejahr wieder an. Viele erzählten begeistert weiter - auch um die Konkurrenz und damit den Spaß im eigenen Kreis zu erhöhen.
Die einen rennen, die anderen spenden - ADEBAR gewinnt!
Das Birdrace ist aber nicht nur eine sehr spaßige Veranstaltung, es dient auch einem guten Zweck. Wie bei anderen Sportveranstaltungen auch, können die Teams eine finanzielle Unterstützung einwerben, z.B. indem Firmen oder Freunde sie mit einem bestimmten Betrag je beobachteter Vogelart unterstützen. Die Spendeneinnahmen wandern dabei aber nicht in die Mannschaftskasse, sondern kommen einem jährlich neu festgelegten bundesweiten Projekt zugute: 2009 zum sechsten Mal dem derzeit ehrgeizigsten Projekt deutscher Vogelbeobachter, dem neuen bundesweiten Brutvogelatlas ADEBAR. Über 40.000 Euro wurden im Rahmen des Birdraces bereits eingeworben!
Neben den interessanten Beobachtungen, die das Wettbeobachten mit sich bringt, lassen sich auch hervorragend Naturschutzthemen teilweise bis auf die Titelseiten der Zeitungen, ins Radio oder Fernsehen transportieren, denn die Presse berichtet über dieses ungewöhnliche Rennen gerne und ausführlich!
Wie läuft das Birdrace ab?
In einem zuvor festgelegten Gebiet (in der Regel einem Landkreis) versuchen zwischen 0 Uhr und 24 Uhr Teams mit 3-5 Beobachtern so viele Vogelarten wie möglich zu hören oder zu sehen. 2008 gibt es wiederum die Sonderwertung "Singvögel": Binnenländische Teams haben damit eine gleichwertige Chance auf einen Titel - sozusagen der DFB-Pokal im Birdrace. Eine Art zählt übrigens erst dann, wenn sie von der Mehrzahl der Teammitglieder beobachtet wurde. Dabei sind selbstverständlich die Regeln des Naturschutzes höher zu stellen als der sportliche Erfolg!
Ergebnisse 2009
2009 traten erstmals sieben Teams aus Brandenburg an, davon drei aus Potsdam. Landessieger wurde mit 148 Arten das Team Havelland (Torsten Ryslavy, Hartmut Haupt und Markus Albrecht) vor dem Team Niederlausitz (Ronald Beschow, Sven Rasehorn, Katrin Gorn) mit 137 Arten und den Pornithos (Wolfgang Mädlow, David Schubert, Cindy Stöckigt, Mario Huth) mit 120 Arten. Herzlichen Glückwunsch! Alle Ergebnisse der Brandenburger Teams im Überblick finden Sie hier. Insgesamt konnten am Birdrace-Tag 176 Arten beobachtet werden, darunter ein z.B. Sumpfläufer, je ein später Sterntaucher und Seidenschwanz, je einmal eine frühe Sperbergrasmücke und ein Neuntöter. Aufschlussreich auch die Arten, die nicht von allen (z.B. hatten im Gegensatz zu allen anderen Teams die drei Potsdamer Teams, die in PM unterwegs waren, keine Grauammer) oder gar nicht (z.B. Saatkrähe, Gimpel) beobachtet wurden.





